Hört
oder liest man den Namen
Franz von Suppé, dann
sind die ersten Assoziationen
Leichte Cavalerie, Operetten
wie Dichter und Bauer und
die viel gespielte Oper Boccaccio. Über
200 Bühnenwerke hat
uns der 1819 in Split (damals
Spalato) geborene Francesco
Ezechiele Ermenegildo Cavalliere
Suppè-Demelli hinterlassen – aber
Kirchenmusik? Gerade einmal
zwei Werke dieses Genres
sind in der einschlägigen
Literatur zu finden, ein
Requiem in d-Moll von 1855
im Gedenken an seinen 1850
verstorbenen Freund und Förderer
Frantisek Xaver Pokorn,
und eben die mit 16 Jahren
begonnene
und kurz nach dem Tod des
Vaters 1835 vollendete
Missa in F-Dur, auch Missa
Dalmatica
genannt.
Weist
das spätere Requiem
noch eine quasi klassische
Besetzungskonstellation auf
(Soli, Chor und Orchester),
so ist die Anlage der hier
vom Label SoloVoce eingespielten
Missa Dalmatica ungewöhnlich – dreistimmiger
Männerchor, Soli in
gleicher Stimmaufteilung
und Orgel. Dies zielt vermutlich
auf die reduzierten Aufführungsmöglichkeiten
ab, die in ländlicheren
Gegenden anzutreffen waren.
Die
Missa ist schlicht und
festlich zu gleich – mit
großen homophonen Klangblöcken
in Alternatim-Praxis zwischen
Chor und Solisten und einem
die Chorklänge sensibel
stützenden Orgelpart.
Die vorliegende Einspielung
mit dem Concentus Choir Bruneck
unter der Leitung von Adriano
Martinolli d’Arcy und
Martin Ranalter an der Orgel,
sowie den Solisten Roman
Sadnik (Tenor), Martin Achrainer
(Bariton) und Bernhard Spingler
(Bass) verhilft dem Werk
zu einem überzeugenden
Comeback. Geschlossener Chorklang
mit feiner Intonation und
unverkrampfter Klanggebung
machen die Einspielung hörenswert.
Lediglich in der Registrierung
des Orgelparts und in der
Klangbalance zwischen der
Bassgruppe und den Tenören
bleiben noch Wünsche
offen, oft ahnt man die Tenöre
mehr als sie wirklich deutlich
zu hören. Dennoch
ist diese Aufnahme ein
wichtiger
Beitrag zur Wiederentdeckung
zu Unrecht in Vergessenheit
geratener Werke.
Rezension der SoloVoce-CD
8553208 bei Klassik Heute
Frank
Höndgen (28.07.2010)
WDR
3 TonArt
CD - Rezension,
Beitrag von Anna Austrup
(10.08.2010)
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