Fanz von Suppè (1819-1895)
 
     
 
Missa Dalmatica (1834/1877)
 
     
 

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Franz von Suppè (1819-1895)
Missa Dalmatica (1834/1877)
für Soli, Männerchor und Orgel

Kyrie - Kyrie eleison
Gloria - Gloria in excelsis
Gloria - Laudamus te
Gloria - Garatias agimus
Gloria - Domine Deus
Gloria - Quoniam
Gloria - Cum sancto Spiritu
Credo - Credo in unum Deum
Credo - Et incarnatus est
Credo - Et resurrexit
Credo - Et in Spiritum
Credo - Et vitam venturi
Sanctus - Sanctus
Sanctus - Hosanna
Benedictus - Benedictus
Benedictus - Hosanna
Agnus Dei - Agnus Dei
Agnus Dei - Dona nobis pacem


 

Roman Sadnik, Tenor
Martin Achrainer, Barton
Bernhard Spingler, Bass

Martin Ranalter, Orgel

Concentus Choir, Hubert Hopfgartner

Adriano Martinolli D'arcy, Dirigent

 

Aufgenommen 2009
in der Pfarrkirche
Sand in Taufers

Booklet in:

 

 

 

 

Majestätisch und schlicht
Die Vorboten einer Messe in F melden sich bereits im Jahre 1833 im jungen vierzehnjährigen Franz von Suppé. Nach seinen Wiener Opernerfolgen findet Suppé 1876 das Kyrie wieder und sucht nach dem bereits vergessenen Rest der Komposition. Er kommt wieder in den Besitz der Originalpartitur, auf deren Basis er seine Revision und Bearbeitung beginnt. So nimmt die Missa Dalmatica in einer neuen Fassung eine Form an, erweitert um Kontrapunkt und harmonische Entwicklungen, die in diesem Werk eine völlig neue Struktur und musikalische Sprache entstehen lassen. Das Werk besteht aus 5 Teilen, gesetzt nach dem ‘Ordinarium Missae’, und hinterlässt beim Hörer einen majestätischen Eindruck, der andererseits wieder von großer Schlichtheit gezeichnet ist. Die melodische Linie bildet ein weises Gleichgewicht zu Ansätzen, die aus Volksliedgut und der romantischen Oper stammen.

Hört oder liest man den Namen Franz von Suppé, dann sind die ersten Assoziationen Leichte Cavalerie, Operetten wie Dichter und Bauer und die viel gespielte Oper Boccaccio. Über 200 Bühnenwerke hat uns der 1819 in Split (damals Spalato) geborene Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavalliere Suppè-Demelli hinterlassen – aber Kirchenmusik? Gerade einmal zwei Werke dieses Genres sind in der einschlägigen Literatur zu finden, ein Requiem in d-Moll von 1855 im Gedenken an seinen 1850 verstorbenen Freund und Förderer Frantisek Xaver Pokorn, und eben die mit 16 Jahren begonnene und kurz nach dem Tod des Vaters 1835 vollendete Missa in F-Dur, auch Missa Dalmatica genannt.
Weist das spätere Requiem noch eine quasi klassische Besetzungskonstellation auf (Soli, Chor und Orchester), so ist die Anlage der hier vom Label SoloVoce eingespielten Missa Dalmatica ungewöhnlich – dreistimmiger Männerchor, Soli in gleicher Stimmaufteilung und Orgel. Dies zielt vermutlich auf die reduzierten Aufführungsmöglichkeiten ab, die in ländlicheren Gegenden anzutreffen waren.
Die Missa ist schlicht und festlich zu gleich – mit großen homophonen Klangblöcken in Alternatim-Praxis zwischen Chor und Solisten und einem die Chorklänge sensibel stützenden Orgelpart. Die vorliegende Einspielung mit dem Concentus Choir Bruneck unter der Leitung von Adriano Martinolli d’Arcy und Martin Ranalter an der Orgel, sowie den Solisten Roman Sadnik (Tenor), Martin Achrainer (Bariton) und Bernhard Spingler (Bass) verhilft dem Werk zu einem überzeugenden Comeback. Geschlossener Chorklang mit feiner Intonation und unverkrampfter Klanggebung machen die Einspielung hörenswert. Lediglich in der Registrierung des Orgelparts und in der Klangbalance zwischen der Bassgruppe und den Tenören bleiben noch Wünsche offen, oft ahnt man die Tenöre mehr als sie wirklich deutlich zu hören. Dennoch ist diese Aufnahme ein wichtiger Beitrag zur Wiederentdeckung zu Unrecht in Vergessenheit geratener Werke.

Rezension der SoloVoce-CD 8553208 bei Klassik Heute
Frank Höndgen (28.07.2010)


WDR 3 TonArt
CD - Rezension, Beitrag von Anna Austrup (10.08.2010)

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