Kirchenmusik in Bruneck
 
     
 
Die Schulmeister von 1508 bis 1770
 
     
 
  Chronik
 
Chronik
Die Anfänge
Erste Kirchenrechnungen
Schulmeister
1508 - 1770
Chorregenten
seit 1770
Unser Gästebuch

 
 

Der Schulmeister wurde vom Kirchenpropst (Verwalter) aus Stiftungsgeldern bezahlt und nach Vereinbarung des Pfarrers mit dem Stadtrat aufgenommen und entlassen. Der Schulmeister leitete die Lateinschule, wurde dabei vom Junkmeister (Schulgehilfe) unterstützt und musste gleichzeitig den Gesang in der Kirche besorgen. Seit es in Bruneck Kirchenrechnungen gibt, kann man diese Schulmeister und "Kirchenmusiker" zurückverfolgen, da dort ihre Besoldung und Gehaltsauszahlungen niedergeschrieben sind.

1508 Beginn der Kirchenraitungen (Rechnungen)
1518 – 1541 In diesem Zeitraum ist kein Name eines Schulmeisters bekannt, sondern lediglich die Auszahlung für den geleisteten Schuldienst vermerkt.
1548 – 1553 Erasmus Hempel
1553 – 1555 Sebastian Poyer oder Poeger - Benefiziat
1555 – ? Johann Albert
1565 – 1592 Barthlmä Huber – in den Kirchenrechnungen wie auch in den Pfarrmatrikeln als Lateinschulmeister bezeichnet.

Im Jahre 1586 tritt die neue Schulordnung des Erzherzogs Ferdinand II in Kraft:

"Der Lehrer hatte außer der Lateinschule auch den Choral in der Kirche zu besorgen, reich und arm mit getreuer mäßiger und gütiger bescheidentlicher Zucht und Straf zu gottesfürchtiger Andacht und Begreifung der lateinischen Sprach und Choral fleißig zu unterrichten."

1592 – 1594 Zacharias Reich - Cantor
1594 – 1595 Kaspar Primster – Priester und Junkmeister
1595 – 1601 Elias Prei
1602 – 1604 Johann Seisser oder Suesser
1604 – 1605 Christoph Schöpfer - Benefiziat
1608 – 1610 Johann Kopolt – Einstellung als Organist, um der Forderung des Fürstbischofes Folge zu leisten – (Gewährung eines Beitrages von 300 Gulden zur Errichtung einer neuen Orgel)
1610 Maximilian Achazi Schulthess – Organist ?
1605 – 1615 Elias Prei
1614 – 1616 Johannes Pueckh - 1. urkundlich erwähnter Organist in Bruneck
1616 Jeremias Mezger - Aushilfsorganist

Vier Ereignisse sind für diese Zeit von Wichtigkeit: 

Im Jahre 1607 wurde, mit einem Beitrag des Fürstbischofs von Brixen Andreas von Spaur, des Freiherrn von Wolkenstein und einiger wohlhabender Bürger der Stadt, eine neue Orgel für die Pfarrkirche angeschafft.

Im Jahre 1610 wird Bruneck seelsorglich von der Urpfarre St. Lorenzen abgetrennt und selbständig. Bis dahin stellte der Pfarrer des benachbarten Marktfleckens die geistlichen Herren für die Stadt. Nach langen, zähen Verhandlungen und Interventionen beim Fürstbischof von Brixen erreichten die Bürger von Bruneck ihr langersehntes Ziel: eine eigene Pfarrei. Die Kirche war nun zur Pfarrkirche geworden.

Steffan der Ältere von Wenzl stiftete zur Anstellung und Unterhalt eines Schulmeisters in Bruneck den Betrag von 250 fl. (Gulden) und einen jährlichen Zins von 11 fl. auf eines seiner Häuser, damit man den Buben auch in Bruneck Latein und Italienisch lehren konnte. Steffan Wenzl war ein reicher Kaufmann und hatte seine Handelsbeziehungen in Venedig. Dazu war die Kenntnis der lateinischen und italienischen Sprache notwendig. Steffan Wenzl war 1586 und 1598 Bürgermeister, von 1591 bis 1596 Kirchenpropst und starb 1609 in Bruneck.

In der Kirchenraitung von 1603/04 trat eine neue Gehaltsregelung für den Schulmeister in Kraft. Das Gehalt wurde teilweise in Geld und zum Teil in Naturalien (Roggen, Weizen, Gerste) ausbezahlt.

1616 – 1619 Sebastian Rainer - Organist
1616 – 1623 Abraham Nagele
1623 – 1624 Barthlmä Schraffl
1624 – 1628 Johann Zopolt - Organist
1624 Georg Wagner – Aushilfsdienste für Chor und Schulmeister
1624 – 1625 Hans Zangerle und Elias Prei – Aushilfsdienste in Schule und am Chor
1625 – 1627 Christoph Spockbacher - Lateinschulmeister

Von 1553, wo der erste Lateinschulmeister Sebastian Poyer oder Poeger, in den Kirchenraitungen aufscheint, bis 1627, wo Christoph Spockbacher die Schule in Bruneck verließ, sind in diesen 74 Jahren nicht weniger als 10 Schulmeister und einige Aushilfen bekannt. Wenn man die Zeitspanne von 27 Jahren des Barthlmä Huber und die 14 Jahre des Elias Prei abzieht, so verbleibt für jeden Schulmeister eine Tätigkeitsperiode von rund 4 Jahren. Einige davon waren nur für 1 Jahr in Bruneck. Dass so ein Wechsel für Schule und Chor nicht förderlich war, ist verständlich.

Dies sollte sich mit den kommenden 4 Lateinschulmeistern ändern.

1628 – 1681 Christoph Griessmayr – Schulmeister, Chorleiter und Organist
1681 – 1717 Franz Koch – Schulmeister, Chorleiter und Organist
1717 – 1748 Georg Rainer – Schulmeister, Chorleiter und Organist
1748 – 1770 Mathias Forer – letzter Lateinschulmeister, Organist und "Cantor Ecclesiae Parochialis"
 
     
 
 
 
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