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Der Schulmeister wurde vom Kirchenpropst
(Verwalter) aus Stiftungsgeldern bezahlt
und nach Vereinbarung des Pfarrers mit dem
Stadtrat aufgenommen und entlassen. Der
Schulmeister leitete die Lateinschule, wurde
dabei vom Junkmeister (Schulgehilfe) unterstützt
und musste gleichzeitig den Gesang in der
Kirche besorgen. Seit es in Bruneck Kirchenrechnungen
gibt, kann man diese Schulmeister und "Kirchenmusiker"
zurückverfolgen, da dort ihre Besoldung
und Gehaltsauszahlungen niedergeschrieben
sind.
| 1508 |
Beginn
der Kirchenraitungen (Rechnungen) |
| 1518
1541 |
In diesem Zeitraum ist
kein Name eines Schulmeisters bekannt,
sondern lediglich die Auszahlung für
den geleisteten Schuldienst vermerkt. |
| 1548
1553 |
Erasmus Hempel |
| 1553
1555 |
Sebastian Poyer oder
Poeger - Benefiziat |
| 1555
? |
Johann Albert |
| 1565
1592 |
Barthlmä Huber
in den Kirchenrechnungen wie auch in
den Pfarrmatrikeln als Lateinschulmeister
bezeichnet. |
Im Jahre 1586 tritt die
neue Schulordnung des Erzherzogs Ferdinand
II in Kraft:
"Der
Lehrer hatte außer der Lateinschule
auch den Choral in der Kirche zu besorgen,
reich und arm mit getreuer mäßiger
und gütiger bescheidentlicher Zucht
und Straf zu gottesfürchtiger Andacht
und Begreifung der lateinischen Sprach
und Choral fleißig zu unterrichten."
| 1592
1594 |
Zacharias Reich - Cantor |
| 1594
1595 |
Kaspar Primster
Priester und Junkmeister |
| 1595
1601 |
Elias Prei |
| 1602
1604 |
Johann Seisser oder Suesser |
| 1604
1605 |
Christoph Schöpfer
- Benefiziat |
| 1608
1610 |
Johann Kopolt
Einstellung als Organist, um der Forderung
des Fürstbischofes Folge zu leisten
(Gewährung eines Beitrages
von 300 Gulden zur Errichtung einer
neuen Orgel) |
| 1610 |
Maximilian Achazi Schulthess
Organist ? |
| 1605
1615 |
Elias Prei |
| 1614
1616 |
Johannes Pueckh - 1.
urkundlich erwähnter Organist
in Bruneck |
| 1616 |
Jeremias Mezger - Aushilfsorganist |
Vier Ereignisse sind für diese Zeit
von Wichtigkeit:
Im Jahre 1607 wurde, mit einem Beitrag
des Fürstbischofs von Brixen Andreas
von Spaur, des Freiherrn von Wolkenstein
und einiger wohlhabender Bürger der
Stadt, eine
neue Orgel für die Pfarrkirche
angeschafft.
Im Jahre 1610 wird Bruneck seelsorglich
von der Urpfarre St. Lorenzen abgetrennt
und selbständig. Bis dahin stellte
der Pfarrer des benachbarten Marktfleckens
die geistlichen Herren für die Stadt.
Nach langen, zähen Verhandlungen
und Interventionen beim Fürstbischof
von Brixen erreichten die Bürger
von Bruneck ihr langersehntes Ziel: eine
eigene Pfarrei. Die Kirche war nun zur
Pfarrkirche geworden.
Steffan der Ältere von Wenzl stiftete
zur Anstellung und Unterhalt eines Schulmeisters
in Bruneck den Betrag von 250 fl. (Gulden)
und einen jährlichen Zins von 11
fl. auf eines seiner Häuser, damit
man den Buben auch in Bruneck Latein und
Italienisch lehren konnte. Steffan Wenzl
war ein reicher Kaufmann und hatte seine
Handelsbeziehungen in Venedig. Dazu war
die Kenntnis der lateinischen und italienischen
Sprache notwendig. Steffan Wenzl war 1586
und 1598 Bürgermeister, von 1591
bis 1596 Kirchenpropst und starb 1609
in Bruneck.
In der Kirchenraitung von 1603/04 trat
eine neue Gehaltsregelung für den
Schulmeister in Kraft. Das Gehalt wurde
teilweise in Geld und zum Teil in Naturalien
(Roggen, Weizen, Gerste) ausbezahlt.
| 1616
1619 |
Sebastian Rainer - Organist |
| 1616
1623 |
Abraham Nagele |
| 1623
1624 |
Barthlmä Schraffl |
| 1624
1628 |
Johann Zopolt - Organist |
| 1624 |
Georg Wagner Aushilfsdienste
für Chor und Schulmeister |
| 1624
1625 |
Hans Zangerle und Elias
Prei Aushilfsdienste in Schule
und am Chor |
| 1625
1627 |
Christoph Spockbacher
- Lateinschulmeister |
Von 1553, wo der erste Lateinschulmeister
Sebastian Poyer oder Poeger, in den Kirchenraitungen
aufscheint, bis 1627, wo Christoph Spockbacher
die Schule in Bruneck verließ, sind
in diesen 74 Jahren nicht weniger als
10 Schulmeister und einige Aushilfen bekannt.
Wenn man die Zeitspanne von 27 Jahren
des Barthlmä Huber und die 14 Jahre
des Elias Prei abzieht, so verbleibt für
jeden Schulmeister eine Tätigkeitsperiode
von rund 4 Jahren. Einige davon waren
nur für 1 Jahr in Bruneck. Dass so
ein Wechsel für Schule und Chor nicht
förderlich war, ist verständlich.
Dies sollte sich mit den kommenden 4
Lateinschulmeistern ändern.
| 1628
1681 |
Christoph Griessmayr
Schulmeister, Chorleiter und
Organist |
| 1681
1717 |
Franz Koch Schulmeister,
Chorleiter und Organist |
| 1717
1748 |
Georg Rainer Schulmeister,
Chorleiter und Organist |
| 1748
1770 |
Mathias Forer
letzter Lateinschulmeister, Organist
und "Cantor Ecclesiae Parochialis" |
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