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Frühlingsfahrt nach Wien
vom 24. - 27. April 2003

Am Donnerstag den 24. April haben sich der Stadtpfarrchor von Bruneck und einige Mitglieder des Orchesters am Autobahnhof getroffen, um eine Frühlingsfahrt nach Wien zu unternehmen. Erfreulicherweise waren alle pünktlich, sodass die Abfahrt nach Plan verlief.
Wir sind über das Pustertal nach Österreich gefahren, dann weiter durch Kärnten in die schöne Steiermark, wo wir gegen 11 Uhr in der Nähe der Ortschaft Voitsberg am Bundesgestüt Piber (www.piber.com) angekommen sind. Hier werden die Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet. Die Führung durch dieses Bundesgestüt Piber gab uns einen Einblick in die Züchtung dieser edlen Pferde. Wir konnten die verschiedenen Ställe besichtigen, in denen die Pferde frei herumlaufen können und nur zum Füttern angehängt werden. Es gibt dort Ställe für trächtige Stuten, für Stuten mit Fohlen, für Hengste, für Wallache und sogar einen Hochzeitsstall. Während unserer Besichtigung waren die meisten Pferde auf den Koppeln. An der Koppel mit den Fohlen und Mutterstuten haben wir uns länger aufgehalten. Die Fohlen sind erstaunlicherweise bei der Geburt dunkel- oder schwarzbraun und bekommen erst im Laufe von 4 bis 11 Jahren ihre charakteristische weiße Farbe.
Nach dieser Besichtigung haben wir noch kurz eine Kirche besichtigt, die vom Künstler Friedensreich Hundertwasser adaptiert worden ist. Jeder, der diesen Künstler kennt, kann sich in etwa vorstellen, wie die Kirche aussieht: organische Außengestaltung mit buntem Mosaik aus Fliesenstücken usw.
Anschließend haben wir in einem Hotel in der Nähe zu Mittag gegessen und sind dann weiter nach St. Ruprecht an der Raab gefahren. Dort haben wir die STEIRER KRAFT (www.steirerkraft.com) besichtigt. Der Geschäftsführer hat uns kurz den Vorgang zur Herstellung von Kürbiskernöl erklärt, wir durften die verschiedenen Produkte aus Kürbiskernen verkosten und sind dann in das Geschäft gestürzt, um all diese Köstlichkeiten kaufen zu können.
So gestärkt sind wir dann nach Wien weitergefahren. Gegen 19.30 Uhr haben wir unser Hotel im 9. Wiener Bezirk erreicht. Das Hotel Regina (www.kremslehnerhotels.at) direkt neben der Votivkirche ist in einem Stadtpalais untergebracht, das im Wiener Historismus im Jahre 1877 erbaut worden ist. Das Abendessen, das uns im Hotel geboten wurde, war gleich ein Einstieg in die beste Wiener Küche mit typischen Gerichten wie Beuschel mit Knödeln oder Topfenstrudel mit Vanillesauce.
Nach dem Abendessen hat sich die Gruppe aufgelöst und jeder hat sich den Abend nach eigenem Gutdünken gestaltet. Ich habe noch mit einigen Kollegen einen Spaziergang in die Altstadt von Wien unternommen.

Am Freitag sind wir nach einem gemeinsamen Frühstück und einer kurzen Chorprobe zum Schloss Schönbrunn gefahren (www.schoenbrunn.at). Wegen der Größe der Gruppe sind wir aufgeteilt worden, und haben dann in 2 getrennten Gruppen die Grand Tour durch das Schloss Schönbrunn unternommen. Diese Führung dauerte 2 Stunden und führte durch 40 Prunkräume. Obwohl ich das Schloss schon mehrmals besichtigt habe, habe ich doch wieder Neues und Interessantes entdeckt. Besonders schön fand ich die Chinesischen Kabinette mit wunderschönen Parkettböden und Wänden aus weißer Holzvertäfelung mit schwarzen Lacktafeln und vergoldeten Rändern, aus denen Konsolen erwachsen, auf denen blauweißes Porzellan steht.
Der restliche Tag war zur freien Verfügung und ich habe die Zeit dazu benutzt, den Zoo, das Palmenhaus und das Wüstenhaus in den Gärten von Schönbrunn zu besichtigen.
All jene, die an einem Musical interessiert waren, haben sich am Abend getroffen und sind gemeinsam in die Volksoper gefahren (www.volksoper.at), um das Musical "My Fair Lady" von Frederick Loewe zu sehen. In den Hauptrollen spielten für Eliza Doolittle Martina Dorak, für Henry Higgins Michael Heltau und für Oberst Pickering Erich Auer. Einziger Wermutstropfen: Von unseren Plätzen aus hat man sehr schlecht die Bühne gesehen.

Am Samstag stand wieder ein gemeinsames Frühstück und eine kurze Chorprobe auf dem Programm. Anschließend gab es eine Führung durch die Altstadt unter dem Motto: "Ein Spaziergang durch die Wiener Seele". (www.wienfuehrung.com) Diese zeitlich sehr ausgedehnte (mehr als 2 Stunden), aber örtlich sehr begrenzte Führung war voll gespickt mit Anekdoten und Geschichten, wie z.B. vom lieben Augustin oder zum Sprichwort "In der Not frisst der Teufel Fliegen".
Nach einer kurzen Mittagspause hat uns dann Herwig Pecoraro (www.balsamico.at) durch die Wiener Staatsoper (www.staatsoper.at) geführt. Angefangen von der Hauptstiege über das Schwindfoyer, das noch in seiner ursprünglichen Form von 1869 erhalten ist, zum Gustav-Mahler-Saal mit den Gobelins mit Motiven aus Mozarts "Zauberflöte", bis zum Teesalon, dessen Miete 5000€ für 20 Minuten beträgt. Anschließend haben wir die Unterbühne, den ganzen Bühnenraum und den Zuschauerraum besichtigt. Diese Führung war äußerst interessant und informativ. Am Abend haben wir dann gemeinsam die Oper "LA SONNAMBULA" von Vincenzo Bellini besucht. Als Solisten sahen wir Dan Paul Dumitrescu als Graf Rudolf, Stefania Bonfadelli als Amina und Juan Diego Florez als Elvino. Ein festliches Abendessen hat diesen für mich einzigartigen Abend den entsprechenden Abschluss gegeben.

Am Sonntag stand uns dann das große Erlebnis, im Wiener Stephansdom singen zu dürfen, bevor (www.st.stephan.at/dommusik). Dazu haben wir uns zuerst noch für eine Chorprobe im Hotel getroffen und uns dann zum Dom begeben. Für die Gottesdienstgestaltung hat unser Chorleiter Hubert Hopfgartner die Messe von Ignaz Mitterer "Missa de Nativitate Domini Nostri Jesu Christi" ausgesucht. Ich hatte den Eindruck, dass von den vielen Zuhörern einige recht beeindruckt von unserer Darbietung waren. Sogar die Frau, die uns durch Schönbrunn geführt hat, war bei der Messe anwesend und positiv überrascht.
Zum Abschluss unseres Wienaufenthaltes haben wir noch in der Nähe des Stephansdomes ein Wienerschnitzel mit Kartoffelsalat gegessen, das aber so groß war wie bei uns eine Pizza. Kaum jemand hat es geschafft, das ganze Schnitzel zu essen. So hat man es uns freundlicherweise verpackt und als Proviant mitgegeben.

Ich finde, dass sich die Reise auch für mich gelohnt hat, obwohl ich in meiner Studienzeit 5 Jahre in Wien gelebt habe. Diesmal habe ich Wien von einer ganz anderen Seite kennen gelernt. Mein Dank und ein Bravo geht an jene Personen im Chor, die diese Reise organisiert haben.

Monika Tasser

 

 
     
 
 
 
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