Die früheren Orgeln in der Stadtpfarrkirche
 
     
 
Gemelich-Orgel anno 1608
 
     
 
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Gemelich-Orgel 1608
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Mit den Bestrebungen der Brunecker zur Errichtung einer selbständigen Pfarre wurde auch der Wunsch nach einer neuen Orgel laut.

Im Jahre 1602 oder November 1603 wurde ein ausführlicher Vertrag mit dem Orgelbauer Hans Schwarzenbach aus Füssen zum Bau einer neuen Orgel gemacht, der aber aus unbekannten Gründen nicht zur Ausführung gelangte. Die Orgel wurde aber 1608 von Georg Gemelich gebaut.

Dieser stammte aus Gunzenheim bei Donauwörth. Bereits 1597 erlangte Gemelich das Bürgerrecht in Innsbruck, nachdem er verschiedene Orgeln in Innsbruck, Meran und Bozen gemacht oder repariert hatte und wegen seiner Tüchtigkeit bei Hofe großes Ansehen genossen haben musste. Im selben Jahr hatte er Maria Illmer geheiratet, die Schwägerin des Orgelmachers Joas Peck. Im Jahre 1604 baute er in seiner Werkstatt in Innsbruck, Innrain 9, die Orgel für Sterzing und 1608 jene für Bruneck. Gemelich verstarb 1611 an der Pest.

 
Wegen der Finanzierung dieser Orgel gab es eine rege Korrespondenz zwischen dem Stadtrat, dem Fürstbischof Christoph Andreas von Spaur und Georg Freiherr von Wolkenstein Rodenegg, *25.06.1614 in Bruneck und in der Pfarrkirche beigesetzt (der Grabstein ist heute noch an der Widumsmauer zu finden). Der Fürstbischof versprach 300 Gulden in drei Raten zu zahlen. Die Bedingung aber war, dass ein ständiger Organist angestellt werden musste. Diese Abmachung datiert vom 17. März 1607. Wohl aus dem Grunde, dass die Vereinbarung eines ständigen Organisten nicht eingehalten wurde, zahlte der Fürstbischof an Stelle der versprochenen 300 Gulden nur deren 100, der Freiherr von Wolkenstein Rodenegg von den ebenfalls versprochenen 300 Gulden nur deren 153. Die Orgel konnte doch gebaut werden, da die meisten Bürger fleißig ihre Orgelsteuer bezahlten.

Fürstbischof Christoph Andreas von Spaur
 
Der Orgelbaumeister Gemelich war mit 2 Gehilfen namens Ambrosius und Georg nach Bruneck gekommen, um das Instrument im Presbyterium zu errichten. Die Beendigung der Arbeiten und die Abrechnung erfolgte am 15. Juli 1608.
 
     
 
 
 
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