Mathis
Orgelbau
Selbstporträt
der Fa. Mathis Orgelbau AG

Die
Orgelbaufirma Mathis
in Näfels
(Schweiz) ist ein Familienunternehmen.
Es wurde 1960 von Manfred Mathis gegründet
und zeichnete sich bereits in der damaligen
Zeit, in der allgemein noch elektrisch
traktierte Instrumente mit Freipfeifenprospekten
erstellt wurden, durch die Rückbesinnung
auf die wahren Werte der Orgelbaukunst
wie mechanische Trakturen, geschlossene
Gehäuse, logische Werkverteilungen
sowie richtige Winddruckbemessungen aus. Manfred Mathis' beruflicher Werdegang blieb
bis heute für die Firma prägend:
Er absolvierte die Orgelbauerlehre in Genf
und spezialisierte sich danach auf die Kunst
der Intonation, vor allem der französisch-romantischen
Zungenregister, Streicherstimmen und Traversflöten,
die er bei den französischen Intonateuren
Maurice Hurbain und Paul Beurtin aus den
berühmten Pariser Firmen Cavaillé-Coll/Mutin
sowie Merklin erlernte.
Nach «Wanderjahren» bei einigen
international tätigen Orgelbaufirmen
machte sich Manfred Mathis 1960 selbständig
und arbeitete zunächst im Stil der Elsässer
Silbermänner, bevor sich das Klangbild
der beständig wachsenden Firma auch
zunehmend an der Romantik orientierte. In
den letzten Jahrzehnten haben Manfred und
sein Sohn Hermann Mathis das ihrem Atelier
eigene Klangkonzept weiterentwickelt und
verfeinert.
Das in der zweiten Generation von Hermann
Mathis geführte Unternehmen verfügt über
20 hochqualifizierte Mitarbeiter(innen),
eine notwendige Grösse, damit mit Ausnahme
der elektronischen Komponenten alle Einzelteile
einer Orgel wie auch das Gehäuse und
das gesamte Pfeifenwerk im eigenen Hause
hergestellt werden können.
Diese Grösse von 20 Voll- und Teilzeitangestellten
wird jedoch als obere Grenze des Kunsthandwerk-Betriebes
Mathis erachtet: Der gesamte Entstehungsprozess
eines Instrumentes bleibt überschaubar,
wobei alle Mitarbeiter(innen) immer nur an
einem Werk zugleich arbeiten und jede Orgel
somit zum Unikat wird.
Für die Holzteile der Orgeln werden
ausschliesslich Massivhölzer verwendet.
Da diese für einen qualitativ hochstehenden
Orgelbau «
natürlich» - das heisst je nach
Brettdimension in einem Zeitraum von vier
bis zu zwölf Jahren - getrocknet sein
müssen, besitzt Mathis Orgelbau eines
der grössten Holzlager des europäischen
Orgelbaus. Pro Jahr werden etwa 150 m3 Massivholz,
vor allem Fichte und Eiche, aber auch 6 Tonnen
Zinn und Blei sowie weitere wichtige Rohstoffe
wie Leder, Eisen, Stahl und Messing verarbeitet.
Neben dem überzeugenden technischen
Aufbau der Mathis-Orgeln kommt selbstverständlich
auch der optischen und klanglichen Gestaltung
der Instrumente grösste Bedeutung zu.
Eine Orgel soll sich stets harmonisch in
die Architektur eines Raumes einfügen
und ihn ergänzen, jedoch nie beherrschen.
Die Prospekte entstehen deshalb in einem
langdauernden und vielfältigen Prozess
ehrfurchtsvoller Begegnung mit dem Bestimmungsraum,
dessen akustische Gegebenheiten wiederum
den Orgelklang bestimmen. Die Intonateure
des Hauses Mathis, die im Nebenamt selbst
als Organisten tätig sind, streben dabei
nach einem sonoren, obertonreichen und singenden
Klangbild, das ohne Härte und Schärfe überzeugende
solistische sowie farblich und dynamisch
vielfältig abstufbare Registrierungen
erlaubt.
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